Zapfsäule in der Schweiz mit Hinweis auf Mineralölsteuer im Literpreis

Mineralölsteuer & Co.: Was der Staat am Tank verdient

Sie tanken für 1.76 Franken pro Liter – aber wissen Sie, wie viel davon der Staat einsteckt? Die Antwort überrascht viele: Rund die Hälfte des Benzinpreises sind Steuern und Abgaben. Der eigentliche Treibstoff macht nur einen kleineren Teil aus.

Das ist kein Grund zum Ärgern, aber ein guter Grund zum Verstehen. Denn wer weiss, welche Teile des Literpreises fix sind und welche nicht, weiss auch, wo sich tatsächlich sparen lässt. Zerlegen wir den Preis.

Die Hälfte gehört dem Staat

Bei einem typischen Literpreis von rund 1.76 Franken für Benzin 95 entfallen laut Avenergy Suisse etwa 51 Prozent auf Steuern und Abgaben. Der Einkauf samt Fracht macht rund 31 Prozent aus, und etwa 18 Prozent bleiben als Handelsspanne.

Rund 51 % des Benzinpreises sind Steuern und Abgaben.

Den grössten Brocken bildet die Mineralölsteuer mit ihrem Zuschlag. Für bleifreies Benzin sind das zusammen rund 76.82 Rappen pro Liter – aufgeteilt in 45.30 Rappen Mineralölsteuer und 31.52 Rappen Mineralölsteuerzuschlag. Beim Diesel liegt die Summe noch etwas höher, bei rund 79.57 Rappen pro Liter.

Ob der Rohölpreis steigt oder fällt: Die Mineralölsteuer bleibt gleich – sie ist ein fixer Frankenbetrag pro Liter.

Wie sich der Säulenpreis insgesamt zusammensetzt, haben wir im Detail im Beitrag dazu beschrieben, wofür Sie an der Zapfsäule wirklich bezahlen.

Wofür wird dieses Geld verwendet? Ein erheblicher Teil des Mineralölsteuerzuschlags ist zweckgebunden und fliesst in die Strasseninfrastruktur – also in Bau, Betrieb und Unterhalt der Strassen, die Sie täglich nutzen. Insofern ist die Abgabe nicht einfach ein Griff in Ihre Tasche, sondern finanziert das Netz mit, auf dem Sie fahren. Das macht den hohen Anteil zwar nicht angenehmer, aber nachvollziehbarer.

Bemerkenswert ist auch, wie stabil dieser Anteil über die Zeit bleibt. Während der reine Treibstoffpreis durch Rohöl und Wechselkurs stark schwankt, bleibt der Steueranteil als fixer Frankenbetrag konstant. Steigt der Marktpreis, sinkt der prozentuale Steueranteil rein rechnerisch – und umgekehrt. Genau das erleben wir aktuell: In der angespannten Preislage seit dem Frühjahr liegt der Marktanteil am Literpreis höher, der relative Steueranteil entsprechend tiefer.

Ein hartnäckiger Irrtum: die CO2-Abgabe

Immer wieder hört man, auf Benzin und Diesel läge eine CO2-Abgabe. Das stimmt nicht. Die CO2-Abgabe des Bundes gilt ausschliesslich auf Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas – also auf das, was Sie verheizen, nicht auf das, was Sie vertanken.

Treibstoffe sind davon ausgenommen. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn Sie verstehen wollen, warum der Spritpreis schwankt: Die Bewegung kommt aus dem Rohölmarkt und dem Wechselkurs, nicht aus der Steuer. Die fünf wahren Treiber haben wir im Beitrag über die Schwankungen des Benzinpreises zusammengetragen.

Dieser Irrtum ist deshalb so hartnäckig, weil das Thema Klima und Verkehr eng miteinander verknüpft diskutiert wird. Doch steuerlich sind Brennstoffe und Treibstoffe in der Schweiz klar getrennt. Wer das weiss, lässt sich von vermeintlichen “Klimaaufschlägen” an der Säule nicht verunsichern.

So sieht die grobe Aufteilung des Literpreises aus:

BestandteilAnteil
Steuern & Abgaben~51 %
Einkauf & Fracht~31 %
Handelsspanne~18 %

Ein Blick auf Diesel: noch etwas höher

Wer einen Diesel fährt, zahlt pro Liter sogar etwas mehr Steuer als beim Benzin – die Summe aus Mineralölsteuer und Zuschlag liegt bei rund 79.57 Rappen pro Liter. Lange Zeit war Diesel an der Säule trotzdem günstiger als Benzin. Das hat sich gedreht: Aktuell liegt Diesel pro Liter meist über dem Benzinpreis.

Für die Steuerbetrachtung ändert das wenig, denn der Steueranteil bleibt ein fixer Betrag. Aber es zeigt, wie sehr der Endpreis vom Marktgeschehen abhängt – die Steuer ist nur das stabile Fundament, auf dem die schwankenden Marktpreise aufsetzen.

Das erklärt auch, warum zwei Tankstellen am selben Tag unterschiedliche Preise haben können, obwohl beide dieselbe Steuer abführen. Der Unterschied steckt in Einkauf, Standort und Handelsspanne – also genau in dem Teil, den Sie als Kundin oder Kunde beeinflussen können.

Wo Sie wirklich sparen können

Die Steuer ist gesetzlich festgelegt und für alle gleich – daran lässt sich nichts drehen. Aber genau deshalb ist es so wertvoll, beim beeinflussbaren Teil des Preises anzusetzen: bei der Handelsspanne, dem Standort der Tankstelle und einem dauerhaften Rabatt.

Hier kommt die Tankkarte ins Spiel. Mit BK Benefit sparen Sie 4 Rappen pro Liter als Privatperson und bis zu 6 Rappen pro Liter im Gewerbe – direkt auf den Säulenpreis, an rund 670 Tankstellen in der Schweiz, gebührenfrei und ohne Mindestverbrauch. Den vollen Überblick finden Sie in unserer Tankkarten-Übersicht und im grossen Tankkarte-Schweiz-Ratgeber.

Verschieben Sie die Regler im Rechner unter diesem Artikel und sehen Sie, wie viel von Ihrem Jahresbudget Steuern sind – und wie viel Sie mit dem Rabatt zurückholen.

Den Staatsanteil können Sie nicht ändern. Den Rest aber schon – und das fängt schon beim nächsten Tankstopp an.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Mineralölsteuer in der Schweiz?

Auf bleifreies Benzin fallen rund 76.82 Rappen pro Liter an (Mineralölsteuer 45.30 plus Zuschlag 31.52), auf Diesel insgesamt rund 79.57 Rappen pro Liter.

Wie viel vom Benzinpreis sind Steuern und Abgaben?

Bei einem Literpreis um 1.76 Franken machen Steuern und Abgaben rund die Hälfte aus – etwa 51 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Einkauf, Fracht und Handelsspanne.

Zahle ich auf Benzin eine CO2-Abgabe?

Nein. Die CO2-Abgabe gilt in der Schweiz nur auf Brennstoffe wie Heizöl, nicht auf Treibstoffe wie Benzin oder Diesel.

Kann ich die Steuer beim Tanken umgehen?

Die Steuer ist fix und gesetzlich festgelegt. Beeinflussen können Sie aber den Rest des Preises – etwa mit einer Tankkarte, die 4 bis 6 Rappen pro Liter Rabatt auf den Säulenpreis bringt.

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